Umzug des Rechnungsprüfungsamts Ansbach

Am 30.05.2011 besuchte ORH-Präsident Dr. Heinz Fischer-Heidlberger das Staatliche Rechnungsprüfungsamt Ansbach. Zusammen mit dem Leiter des Rechnungsprüfungsamts, LRD Edmund Roßmann, stellte er dabei das neue Dienstgebäude des Amtes in der Feuchtwanger Str. 1 vor.

Ansprache des Präsidenten des Bayerischen Obersten Rechnungshofs, Dr. Heinz Fischer-Heidlberger, am 30.05.2011 in Ansbach

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Bild_ID_85-250px"Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, durch Verstand wird es erhalten!" Mit diesem Spruch aus der Bibel1 darf ich Sie sehr herzlich vor diesem frisch renovierten Amtsgebäude des Staatl.Rechnungsprüfungsamts Ansbach, der "Villa Bischoff", willkommen heißen. Sie alle fühlen sich mit diesem schönen Gebäude in unterschiedlicher Form verbunden, sei es als politischer Entscheidungsträger oder als Nutzer, sei es als Planer, Bauherr oder Verwalter.

Ich bin sehr froh, dass wir dieses Schmuckstück für die Rechnungsprüfung nutzen dürfen. Dies verdanken wir nicht zuletzt Ihnen, sehr geehrter Herr Ach: Sie als gebürtiger Ansbacher und Vorsitzender des Haushaltsausschusses haben sich u. a. mit Unterstützung von Herrn Abgeordneten Breitschwert dafür stark gemacht, dass der Freistaat in dieses Gebäude 2,5 Mio. € investiert; Sie haben zusammen mit Herrn LMR Pai, zu dessen Prüfungsgebiet die Ansbacher Prüferinnen und Prüfer organisatorisch gehören, die Idee geboren, das Rechnungsprüfungsamt Ansbach mit seinen aktuell 14 Beschäftigten in diesem historisch wertvollen Gebäude unterzubringen, was auch vorbildlich schnell umgesetzt wurde.


Bis 2002 wurde das Gebäude von der Polizeidirektion genutzt. Das ursprüngliche äußere Erscheinungsbild war durch intensive Nutzung, insbesondere durch einen Anbau und durch den Dachausbau stark verändert. Die Bemühungen der Liegenschaftsstelle der damaligen BFD Ansbach für eine Nachnutzung waren lange Zeit erfolglos, das Objekt blieb ungenutzt und verkam zusehend. Vandalismus drohte. In der Presse sprach man "von einem seit Jahren ungelösten Problem"; gefordert wurde, dass "etwas getan werden muss, um den Verfall zu stoppen".

2007 wurde, wie bereits erwähnt, die Idee geboren, das Staatliche Rechnungsprüfungsamt in der denkmalgeschützten "Villa Bischoff" unterzubringen.

Es ging dann Schlag auf Schlag: Die vom Finanzministerium beauftragte "Immobilien Freistaat Bayern" legte Ende Januar 2008 ein Nutzungskonzept vor, mit dem Rechnungsprüfungsamt und dem ORH wurde der Raumplan abgestimmt. Das Staatliche Bauamt Ansbach gab gleichzeitig seine baufachliche Stellungnahme ab.

Bereits im Februar 2008 fand die "Startbesprechung" mit Herrn Ach, mit Vertretern der Bau-, Liegenschafts- und Finanzverwaltung und uns als künftigen Nutzer statt. Schon damals wurde von einem "Kleinod" und von einer "Perle, die es wert ist, poliert zu werden", gesprochen.

Die Planungen gingen zügig weiter: Die baufachlich genehmigte Haushaltsunterlage-Bau mit Gesamtkosten von 2,5 Mio € datiert vom 21.10.2008. Mit der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2009/2010 im April 2009 standen die benötigten Gelder zur Verfügung. Und schon im September 2009 rückten die Bagger an. Trotz aufwendiger und schwieriger Sanierungsarbeiten im und am Gebäude war die Maßnahme im Dezember 2010 im Wesentlichen abgeschlossen und das frühere Bild der "Villa Bischoff" wiederhergestellt. Das Rechnungsprüfungsamt Ansbach konnte entsprechend dem Zeitplan von der Karolinenstraße in die "Villa Bischoff" einziehen.

Bild_ID_91-250pxDie räumliche Unterbringung des Rechnungsprüfungsamts ist damit jetzt bestens gelöst. Das war sicherlich nicht immer so: Ich darf daran erinnern, dass bei der Gründung der Rechnungsprüfungsämter im Jahre 1952, also vor knapp 60 Jahren, große Raumnot bestand und es damals nicht möglich war, die Rechnungsprüfungsämter in einem Gebäude, im Falle des RPrA Ansbach nicht einmal in einer Stadt unterzubringen. Die Beschäftigten des RPrA Ansbach waren in der Anfangszeit auf drei Städte, nämlich auf Ansbach, Nürnberg und, was vergessen scheint, auf Bayreuth verstreut. Ein oberfränkisches RPrA gab es erst ab 1954. Dem Rechnungshof war es aber bereits damals, so wie heute, wichtig, auch in der Fläche Präsenz zu zeigen. Diese dezentrale Struktur der bayerischen Rechnungsprüfung hat sich sehr bewährt und wird auch in der Zukunft ein Erfolgsmodell sein.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ich hoffe und wünsche, dass Sie sich in Ihrem frisch herausgeputzten Dienstgebäude wohl fühlen und hier gerne arbeiten. Ich sehe eine gute räumliche Unterbringung als Motivationsfaktor, als wichtigen Teil für gute Rahmenbedingungen und schließlich als Voraussetzung für gute Arbeitsergebnisse in der Rechnungsprüfung. Hier in Ansbach arbeiten Sie quasi als unsere Spezialeinheit für die Prüfung der Personalausgaben und der Behördenorganisation – und das mit großem Erfolg. Schon längst sind Sie nicht mehr nur auf Ihren Regierungsbezirk beschränkt, sondern operieren landesweit. Ich freue mich, dass Sie in der "Villa Bischoff" nun auch angemessen untergebracht sind.

Lassen Sie mich am Ende allen danken, die zum Gelingen dieses Sanierungsprojekts beigetragen haben. Was mit dem Einsatz vieler an denkmalgeschützter Substanz erhalten wird, ist vorbildlich und verdient höchste Anerkennung.

Als Präsident des ORH schätze ich sehr, dass die bayerische Finanzkontrolle diese "Perle", die jetzt poliert ist, nutzen darf.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.



1) Sprüche Salomos 24,3