Amtsleiterwechsel RPrA Bayreuth

Am 26.10.2007 verabschiedete der Präsident des Bayerischen Obersten Rechnungshofs Dr. Heinz Fischer-Heidlberger Regierungsdirektor Gerhard Güntsch in den Ruhestand und übertrug die Leitung des Rechnungsprüfungsamts Bayreuth an Oberregierungsrat Karl-Heinz Schreyer

Ansprache des Präsidenten des Bayerischen Obersten Rechnungshofs Dr. Heinz Fischer-Heidlberger am 26.10.2007 in Bayreuth

Als Rechnungsprüfer müssen wir ja immer mit gutem Beispiel vorangehen und spar­sam mit unseren Mitteln haushalten - deswegen ist das Rechnungsprüfungsamt Bay­reuth auch eher bescheiden untergebracht. Einen geeigneten Raum für Festivitäten wie diese, können wir deshalb nicht vorhalten. Glücklicherweise hat uns die Deutsche Rentenversicherung diesen Raum zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank, sehr geehrter Herr Krempl.

Ich danke Ihnen allen, dass Sie der Einladung gefolgt sind und begrüße Sie ganz herzlich - ganz besonders natürlich die heutigen Hauptpersonen, unseren bisherigen Amtsleiter Herrn Güntsch, sowie unseren künftigen Amtsleiter Herrn Schreyer mit Ihren Gattinnen.

Bayreuth 2007-10-26 03-230x160pxGlücklicherweise hat man damals dem ursprünglichen Plan, die Rechnungsprüfungsämter dem Finanzministerium unterstellen zu wollen, einen Riegel vorgeschoben, so dass der ORH und das Rechnungsprüfungsamt Bayreuth seit 1954 zusammengehören. Das Rechnungsprüfungsamt Bayreuth hat in diesen 53 Jahren mit seinen Prüfungen dazu beigetragen, Fehlentwicklungen zu erkennen und zu verhüten, aber auch als Berater der geprüften Stellen gemeinsam mit diesen konstruktiv und zum Wohle Aller nach Verbesserungen gesucht. Dies gelingt uns gemeinsam. Unsere Wirksamkeit und unser Ruf hängen wesentlich von der  Prüfungsarbeit, dem Fleiß, der Kreativität und der Zuverlässigkeit ab; das Rechnungsprüfungsamt Bayreuth leistet hier hervorragende Arbeit.

Dies hatten auch Sie, sehr geehrter Herr Güntsch, während Ihrer gesamten beruflichen Tätigkeit immer im Auge!

Über 5 Jahre lang standen Sie an der Spitze des Rechnungsprüfungsamts Bayreuth, das Sie mit viel Engagement vorbildlich und erfolgreich geleitet haben. Während dieser Zeit hat sich einiges getan:

  • Sanierung des Amtsgebäudes in den Jahren 2003/2004
  • 50 - Jahr Feier des RPA Bayreuth 2004
  • erhebliche Personalveränderungen: 8 Neueinstellungen (von insg. 17 Bediensteten; fast die Hälfte)

Aber natürlich auch viele erfolgreiche Prüfungen, die zum Teil in unserem Jahresbericht veröffentlicht wurden. Erwähnen möchte ich hier aus der neueren Zeit z.B.

also eine große Brandbreite.

Auch unser Jahresbericht 2007 kann sich wieder sehen lassen. Daran haben auch diesmal wieder alle Rechnungsprüfungsämter einen wesentlichen Anteil. Ich möchte an dieser Stelle Ihnen allen für Ihre Arbeit und Ihren Einsatz ganz herzlich danken und auch den Dank des Haushaltsausschusses an Sie weitergeben.

 Sehr geehrter Herr Güntsch, sie können auf eine über 45-jährige Tätigkeit für den Freistaat Bayern zurückblicken:

  • 02.10.61 Eintritt  als Regierungsinspektorsanwärter beim LRA Kulmbach
  • anschließend bei den LRÄ Nürnberg und Hersbruck
  • ab 1.12.69 bei der Regierung von Oberfranken.

Zum 01.07.1972 wechselten Sie in die Finanzkontrolle. Dies war ein Glücksfall für den Rechnungshof und - davon gehe ich aus - auch für Sie persönlich. Immerhin hatten Sie diesen Sommer Ihr 35-jähriges Jubiläum in der Rechnungsprüfung. Sie waren zunächst für die Prüfung der Einnahmen und Ausgaben staatlicher Dienststellen, Gerichte und Schulen in Oberfranken, später dann für Prüfungen im Kultusbereich zuständig - immer blieben Sie jedoch dem RPA Bayreuth treu!

Ihre Einsatzbereitschaft, Ihre umsichtige ruhige Art und Ihre sehr sorgfältige Arbeitsweise haben zu hervorragenden Ergebnissen geführt. Ich möchte Sie nicht mit weiteren Prüfungen langweilen, jedenfalls haben Sie, lieber Herr Güntsch mit den von Ihnen durchgeführten Prüfungen beachtliche Ergebnisse erzielt.

Kurz, in all den Jahren haben Sie herausragende Leistungen erbracht und wesentlich zum Erfolg der staatlichen Finanzkontrolle in Bayern beigetragen.

Durch Ihre hochqualifizierte Arbeit, aber auch durch Ihre ausgeglichene Persönlichkeit  haben Sie sich Anerkennung und hohe Wertschätzung erworben. Sie haben stets offen Ihre langjährige Erfahrung und Ihre Ideen eingebracht und „vor Ort“ die notwendige und oftmals nicht einfache Überzeugungsarbeit geleistet. Auch bei den geprüften Behörden waren Sie als Fachmann mit stets vorbildlichem Auftreten anerkannt.

Ihre Amtsführung als Leiter des Rechnungsprüfungsamts Bayreuth war geprägt von großem Engagement, umfangreichen Fachkenntnissen und nicht zuletzt hoher sozialer Kompetenz. Als Bindeglied zwischen dem Rechungsprüfungsamt und dem Rechnungshof haben Sie mit allen Beteiligten hervorragend zusammengearbeitet und dabei die Interessen Ihres Amtes und Ihrer Mitarbeiter erfolgreich vertreten.

Kurz: Sie waren als Amtsleiter der richtige Mann am richtigen Platz!

Für Ihre Leistungen für den Freistaat Bayern und ganz besonders für die Rechnungsprüfung spreche ich Ihnen - auch im Namen des Kollegiums und der Mitarbeiter des ORH meinen ganz herzlichen Dank und meine hohe Anerkennung aus.

Nachdem Sie nicht in den Ruhestand wechseln, sondern nur in die Freistellungsphase der Altersteilzeit, kann ich Ihnen heute keine Urkunde überreichen. Ich gehe davon aus, dass Sie sich auch „im Ruhestand auf Probe“ bestens bewähren werden und ich Ihnen dann Ende August 2008 Ihre Ruhestandsurkunde überreichen kann.

Zwar ist zu hause der Chefsessel bereits besetzt, aber Sie werden sicherlich viele schöne Stunden mit Ihrer Familie und Ihren Hobbies - Kirchenchor, Radeln, Wandern, Lesen, Kultur - verbringen. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles erdenklich Gute und vor allem Gesundheit.

Ihnen, verehrte Frau Güntsch, danke ich, dass Sie Ihren Mann bei seiner beruflichen Karriere unterstützt haben.

Bevor ich nun den künftigen Amtsleiter, Herrn Schreyer, in sein neues Amt einführe, erlauben Sie mir noch ein paar Worte „in eigener Sache“:

Ich bin nun seit über drei Jahren Präsident des ORH. Ich kann mich noch sehr gut an Ihre 50-Jahrfeier gleich zu Beginn meiner Amtszeit erinnern. Schon von damals kennen Sie meine Meinung:
„Der Rechnungshof muss die Zukunftsperspektiven erkennen und sich nach innen und außen darauf einstellen. Die Rechnungsprüfung muss ihre Arbeitsweise anpassen und auf moderne Instrumentarien zurückgreifen.“

Wir tragen gerade wegen unserer Unabhängigkeit eine besondere Verantwortung für die Qualität unserer Arbeit. Wir freuen uns über Lob und Anerkennung. Aber: Sowohl Lob als auch Kritik können von besonderem Eigeninteresse unserer „Kunden“ geprägt sein. Deshalb müssen wir uns selbstkritisch hinterfragen:

„Tun wir das Richtige und machen wir das Richtige richtig?“

Um diese Frage beantworten zu können fordere ich immer wieder im Rahmen unseres Qualitätsmanagements:

  • richtige Schwerpunkte zu setzen,
  • Prüfungsthemen sorgfältig auszuwählen,
  • die Prüfung effizient zu steuern und
  • Prüfungen zu evaluieren


Dies ist ein längerer Prozess und Sie fragen sich vielleicht: „Wann gibt der Präsident endlich Ruhe?“ Ich sage Ihnen: Erst dann wenn unsere Neuerungen umgesetzt und aufs „richtige Gleis“ gebracht wurden. Ich bin sehr hartnäckig!

Ich bitte Sie deshalb alle, hieran offen und konstruktiv mitzuwirken. Wir sind auf einem guten und erfolgreichen Weg – das zeigen die Entwicklungen der letzten zweieinhalb Jahre - seitdem wir auf unserer Klausurtagung in Benediktbeuern einen Reformprozess eingeleitet haben.

Vieles wurde schon umgesetzt, z.B.

  • Einrichtung des Projektprüfungsgebiets;
  • Qualitätsmanagement
  • stärkere Betonung ressortübergreifender Prüfungen
  • der personelle Wechsel auf der Abteilungsleiterebene wurde genutzt: Es wurde eine neue themenbezogene und übergreifende Organisation für 2008 eingeführt: übergreifende Aufgaben wurden in einer Abteilung gebündelt
  • die EDV Umstellung läuft: nähere Details sind im Intranet veröffentlicht.
  • Die Serverumstellung erfolgt voraussichtlich vom 09. bis 11.11.07.


Anderes wird aktuell umgesetzt - hier ist insbesondere die EDV gestützt Arbeitsplanung zu nennen.

Bei allen Neuerungen setze ich auf Ihre kreative Mitarbeit und Unterstützung und kann nur an Sie appellieren: Bringen Sie sich in die Reformprozesse ein; wenn Sie Ideen oder Anregungen haben, tun Sie diese bitte kund.

Wir verdienen die Anerkennung, die wir im Landtag und in der Öffentlichkeit genießen. Damit dies so bleibt, müssen wir sicherstellen, dass wir den hohen an uns gestellten Ansprüchen gerecht werden.

Für mich ist dabei Führung ein zentrales Element. Davon hängt das Funktionieren der Organisation und die Motivation der Mitarbeiter ab. Letztendlich ist die Führung auch ganz zentral für die Qualität der Arbeit verantwortlich. Deswegen ist für mich die Auswahl des richtigen Amtsleiters von großer Bedeutung.

Sehr geehrter Herr Schreyer, ich habe mich für Sie entschieden.

Bayreuth 2007-10-26 02-230x160pxEs ist mir eine Freude, Sie heute in aller Öffentlichkeit in das Amt des Leiters des Staatlichen Rechnungsprüfungsamt Bayreuth einführen zu können. Ich bin überzeugt davon, dass Sie die besten Voraussetzungen dafür besitzen, um als Amtsleiter des Staatlichen Rechnungsprüfungsamts Bayreuth erfolgreich wirken zu können. Sie waren neben ihrer Tätigkeit als Prüfungsbeamter und später als Prüfungsbereichsleiter bereits über fünf Jahre lang Stellvertreter des Amtsleiters und haben sich dabei ausgezeichnet bewährt. Sie können auch heute schon auf eine sehr erfolgreiche berufliche Laufbahn zurückblicken:

Am 16.10.1967 haben Sie bei der Bezirksfinanzdirektion begonnen. Nach fast 20-jähriger Tätigkeit in der Finanzverwaltung begannen Sie am 01.01.87 Ihre Karriere in der Rechnungsprüfung beim Staatlichen Rechnungsprüfungsamt Bayreuth, dem sie bis heute treu blieben.

Sie, lieber Herr Schreyer haben sich in der Rechnungsprüfung einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Ich bin überzeugt, dass Sie diesem auch in der neuen Funktion gerecht werden und die damit verbundenen Herausforderungen mit Engagement und Fingerspitzengefühl souverän meistern werden. Sie werden mit Ihrer vielfach bewiesenen fachlichen und sozialen Kompetenz auch die Tätigkeit des Amtsleiters mit dem gleichen Erfolg meistern wie Ihre bisherigen Aufgaben. Dazu wünsche ich Ihnen viel Kraft und Geschick und stets eine glückliche Hand.

Nachdem das Rechnungsprüfungsamt nun offiziell einen Amtsleiter hat, fehlt nur noch Stellvertreter - bzw. in diesem Fall eine Stellvertreterin.

Ich freue mich, sehr geehrte Frau Krupinski, Ihnen die Aufgabe der Stellvertreterin übertragen zu können. Sie sind seit 01.05.88 beim RPA Bayreuth als Prüferin beschäftigt und bringen ausreichend Erfahrung für Ihre neue Aufgabe mit. Sie werden zusammen mit Herrn Schreyer ein starkes Team sein.

Auch Ihnen: Alles Gute!

Hier bei Ihnen in Bayreuth scheint das Betriebsklima wirklich zu passen. Die gute Stimmung trägt sicher auch dazu bei, dass hier so engagiert und qualifiziert gearbeitet wird. Ich möchte Ihnen allen, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ganz herzlich für Ihren Einsatz und Ihre Leistungen danken! Sie alle tragen damit zu dem hohen Ansehen bei, das die Rechnungsprüfung genießt.