Jahresbericht 2019

TNr. 17: Kennzahlen

Die folgenden Haushaltskennzahlen geben Aufschluss über bestimmte Ausgabearten in Relation zu den bereinigten Gesamtausgaben. Sie ermöglichen einen Überblick zu wichtigen Aspekten der Haushaltsstruktur und deren zeitlicher Entwicklung.

17.1 Steuerdeckungsquote


Mit der Steuerdeckungsquote wird der Anteil der bereinigten Gesamtausgaben des Staates bezeichnet, der aus Steuereinnahmen (OGr. 01 - 06) gedeckt wird.

Abb 13

Die Quote lag in den letzten zehn Jahren zwischen 65,5 und 83,3%. Das bedeutet, dass die Ausgaben zum größten Teil durch Steuereinnahmen gegenfinanziert wurden. Die Abbildung 13 macht deutlich, dass die tatsächlich erzielte Steuerdeckungsquote[1] im Betrachtungszeitraum mit einer Ausnahme immer deutlich über der geplanten lag. Das bedeutet, dass höhere Steuereinnahmen erzielt wurden, als noch bei der Aufstellung des jeweiligen Haushalts angenommen wurde. Ohne Berücksichtigung der Kapitalzuführung an die BayernLB betrugen die Steuerdeckungsquoten 87,1% in 2008 und 77,0% in 2009.


17.2 Personalausgabenquote

Die Personalausgabenquote gibt das Verhältnis der Personalausgaben (HGr. 4) zu den bereinigten Gesamtausgaben wieder. Sie gibt Aufschluss darüber, wie viel Prozent der Ausgaben des Staates für Personal aufgewendet werden.

Abb 14

In den letzten zehn Jahren lag die tatsächliche Personalausgabenquote zwischen 35,0 und 41,2% und blieb damit im Betrachtungszeitraum mit einer Ausnahme immer hinter der geplanten Personalausgabenquote zurück. Zwar sind die Personalausgaben seit 2012 um 20,9% gestiegen, aber weniger stark als die bereinigten Gesamtausgaben (+ 25,1%) im Vergleichszeitraum (vgl. TNr. 11). Da 2017 aber die Personalausgaben (+ 4,2%) stärker angestiegen sind als die bereinigten Gesamtausgaben (+ 3,2%), ist die Personalausgabenquote erstmals seit 2012 wieder gestiegen. Ohne Berücksichtigung der Kapitalzuführung an die BayernLB betrugen die Personalausgabenquoten 41,4% in 2008 und 41,2% in 2009.


17.3 Zinslastquote

Mit der Zinslastquote wird das Verhältnis der Zinsausgaben am Kreditmarkt (OGr. 57) zu den bereinigten Gesamtausgaben ausgedrückt.

Abb 15


Die Quote ist in den letzten Jahren von 2,5 auf aktuell 1,3% gesunken. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass Schulden seit 2012 kontinuierlich abgebaut und Anschlussfinanzierungen aufgrund hoher Liquiditätsbestände aufgeschoben wurden. In der Quote berücksichtigt sind ab 2008 auch die Zinsausgaben für den Stabilisierungsfonds Finanzmarkt und BayernLB (vgl. Tabelle 34).


17.4 Investitionsquote

Die Investitionsquote ist eine Kennzahl, mit der das Verhältnis der Ausgaben für Investitionen (HGr. 7 und 8) zu den bereinigten Gesamtausgaben dargestellt wird.

Abb 16

Der Freistaat plante in den letzten zehn Jahren mit einer Investitionsquote von ca. 12%. Die Ausnahme im Jahr 2008 mit 31,4% war auf die damals geplante Kapitalzuführung von 10,0 Mrd. € an die BayernLB zurückzuführen.


Die tatsächliche Investitionsquote lag mit Werten zwischen 10,2 und 12,5% überwiegend darunter und sank seit 2011 auf inzwischen 10,4%. Da sich die für 2008 geplante Kapitalzuführung an die BayernLB auf die Jahre 2008 (3,0 Mrd. €) und 2009 (7,0 Mrd. €) erstreckte, erreichte die Investitionsquote in diesen beiden Jahren deutlich höhere Werte (2008: 18,4%; 2009: 24,9%). Die Ausgaben für Investitionen sind seit 2012 kontinuierlich gestiegen, hielten aber mit der Steigerung der bereinigten Gesamtausgaben nicht Schritt.

 


[1] Ist-Steuereinnahmen geteilt durch bereinigte Ist-Gesamtausgaben x 100..